Ich weiß gar nicht mehr, wie ich dazu kam, dieses Ticket zu kaufen. Ein Newsletter ist mir vage im Gedächtnis, nicht einer der dafür üblichen Verdächtigen, war es eventuell der des mare-Verlags? Könnte so gewesen sein, denn der Auftritt von pure desmond im Kleinen Saal der Elbphilharmonie wurde präsentiert vom mare-Künstlerhaus.
pure desmond, das sind Lorenz Hargassner am Saxophon, Johann Weiß an der Gitarre, Christian Flohr am Bass und Sebastian Deufel am Schlagzeug. Nicht nur der Bandname ist Programm, auch die spezifische Songauswahl des Abends feierte unter dem Titel „Like a Dry Martini“ den 100. Geburtstag des Verfassers des Jazzwelthits „Take Five“, Paul Desmond.
Dabei blieb es nicht bei den insgesamt 15 präsentierten Songs (ohne Zugaben). In den Zwischenräumen erzählte Lorenz Hargassner Geschichten aus dem und über das Leben des 1924 als Paul Emil Breitenfeld geborenen Alt-Saxophonisten des Dave Brubeck Quartet.
Das war alles sehr unterhaltsam, aber auch ziemlich glatt. Mir fehlte ein bisschen die Reibung. Möglicherweise bin ich für einen ganzen Abend „Cool Jazz“ nicht gemacht. Vielleicht hat auch die Örtlichkeit eine Rolle gespielt. Der Kleine Elphi-Saal ist zwar intimer als der Große, aber Jazzclubatmosphäre kommt dort nicht auf.
pure desmond haben übrigens auch ein Album mit Coverversionen diverser Bond-Songs herausgebracht.
Daraus hätte ich sehr gerne mehr gehört als „nur“ die Zugabe („No Time to Die“)! Vielleicht ergibt sich ja noch die Gelegenheit. Vorzugsweise an einem anderen Ort.